Eine Sache, die ich an Dir hasse. Und Frauen.

September 7, 2014 - Leave a Response

Tja, monatelang liegt der Blog brach. Genau in dem Moment, als ich entschied, das arme Tier einzuschläfern, passiert das. Auf beiden (ehemals) großen deutschen Magic-Seiten erscheint ein Artikel, den ich gerne kommentieren will. Nico Bohny redet über fünf Dinge, die er hasst, und Iris Schwarz redet über Brüste. Da beide Artikel so gut zusammenpassen, nutze ich nicht die dafür vorgesehenen Kanäle auf den jeweiligen Webseiten. Stattdessen packe ich den Blog-Defibrillator aus.

Denn ich denke, dass sowohl die niedrige Frauenquote wie auch Nicos Unwohlsein mit dem Grund zusammenhängen, der mich immer weiter von diesem Spiel entfremdet hat. Mein Beef mit Magic lässt sich in einem kompakten Satz zusammenfassen:

Ziel des Spiels ist es, Deinen Gegner von 20 auf 0 Lebenspunkte zu bringen.

(Oder zu millen, mit 10 Poisoncountern zu vergiften, etc… schon klar.) OK, wenn man das nicht mag, dann bleibt wirklich nicht viel von Magic über… Aber lasst Euch den Satz mal auf der Zunge zergehen: Um zu gewinnen, muss jemand anderes verlieren. Um erfolgreich zu sein, müsst Ihr wen anderes besiegen. Das trifft leider auch für den Rest des Lebens zu, geschenkt. Aber trotzdem, die Ausgangslage „Zwei kommen an einen Tisch, einer geht als Sieger, der andere als Verlierer“ ist nicht unbedingt dazu geeignet, für gute Stimmung zu sorgen. Wenn man bei Magic erfolgreich ist, dann bedeutet das, dass man auf dem Weg dorthin einige Menschen frustrieren musste. Wenn man bei Magic verloren hat, dann hat man nicht nur nicht gewonnen, man wurde besiegt.

Ich kann mir gut vorstellen, dass das mit der Hauptgrund dafür sein könnte, dass Nico sich manchmal nicht wie er selbst fühlt. Die folgende Sätze sind im Angesicht der modernen Genderforschung zwar nicht haltbar, aber trotzdem: Ich glaube, viele Frauen werden von einem Spiel mit dieser Grundidee eher abgestoßen. Schlimmer noch: Spiele mit dieser Grundidee ziehen eine ganz bestimmte Gruppe Jungs an.

Mir hat das Ganze nach und nach den Spaß sowohl an Casual- wie auch an Turniermagic genommen. Fangen wir mit dem leichteren der zwei Themen an:

Casual-Magic. Hier wird ja oft EDH als Beispiel genannt, dass Magic auch „total nichtkompetitiv“ sein kann. EDH (das ist stellvertretend für Multiplayer nehme) kommt mir immer so vor: Eine Gruppe Freunde trifft sich auf einem Fußballplatz, um „Hochhalten“ zu spielen. Nach 10-20mal kicken nimmt einer den Ball mit der Brust an, drischt ihn ins Tor und schreit „Gewonnen!“ Dann fängt eine Diskussion an, ob man den Ball nicht noch ein paar Mal öfter hätte hochhalten können. Auf die Frage, wieso man eigentlich auf einem Fussballplatz stünde und nicht im Park kommt keine echte Antwort… Magic ist halt so: Man braucht das Tor, bzw. Sieger und Verlierer am Schluss. Das hat das Spiel so vorgesehen. Alle Karten und alle Regeln sind dafür gebaut, dieses Ziel zu erreichen. Um mit anderen in einer Gruppe Spaß zu haben, ohne am Ende einen Gewinner küren zu „müssen“, gibt es andere Spiele. Schlimmstenfalls nimmt man Das Schwarze Auge. (Wenn man es allerdings ganz besonders funky und verrückt mag, empfehle ich Sea Dracula.)

OK, also statt Multiplayermagic spiele ich Rollenspiele. Aber was ist mit Duellen? Dafür brauche ich kein so teures Hobby wie Magic („teuer“ im Sinne von „Geld- und zeitaufwändig“). Eine Runde PES hat in etwa den selben Effekt: Es ist casual, aber trotzdem kompetitiv. Grundsätzlich waren aber auch fast alle Casual-Magic-Duelle, die ich gespielt habe, eine mehr oder weniger ernste Form der Turniervorbereitung. Und das bringt mich zum zweiten Teil:

Turniermagic. Ich nehme jetzt Turniermagic als Sysnonym für „Magic als Leistungssport“. Casual-Turniere a la FNM sind schnell abgehandelt: Die Leute treffen sich, um Spaß zu haben. Ist dazu ein Setting „Einer muss den anderen schlagen“ gut geeignet? Ich finde nicht, aber ich habe mir auch aus Badminton oder Tennis (die in diesem Bezug ähnlich sind) nie viel gemacht. Zu Sport steht unten mehr. Zu den leistungsbetonten Turnieren: Ich halte 1vs1-Duelle für kein gutes System, um Leistung und Erfolg zu „messen“. Um ein Beispiel zu geben: Hier ein Bericht von meinem letzten 64-Leute-Legacy-Turnier.

Erste Runde gewinne ich knapp ein Mirrormatch im dritten Spiel. Ich ziehe sehr spät einen Lightning Bolt, er nur ein Land. Wäre es andersrum gewesen, hätte er gewonnen. Zweite Runde spiele ich gegen den Sieger des Casual-Spieler-Duells aus Runde eins. In Runde drei und vier liefere ich tatsächlich ganz ordentliches Magic ab. Runde fünf verbauere ich das erste Spiel grandios. In Spiel zwei und drei waste ich jeweils sein erstes Land, um das nachgelegte Fetchland zu stiflen und dann den Delver zum Sieg zu reiten. Runde sechs: ID. Zweiter Platz.

Bin ich jetzt der zweitbeste Spieler im Raum? Oder wenigstens derjenige, der an dem Tag am zweitbesten gespielt hat? Natürlich nicht. Die anderen 6×32-6=186 Matches, die an diesem Tag gespielt wurden (ohne Drops) tragen zu meinem Ergebnis höchstens mittelbar bei. Es gibt außer Siegen und Niederlagen keine Art den Erfolg zu bestimmen. Das Problem hat Schach beispielsweise auch, aber die Schachspieler haben erstens noch das ELO-Rating, und zweitens einen viel geringeren Zufallsfaktor.

Das heißt jetzt nicht, dass ich nicht kompetitiv unterwegs bin. Ich habe mir dazu nur andere Hobbys dafür gesucht. Beim Bogenschießen oder beim 10.000m-Lauf weiß ich, dass ich an diesem Tag der Beste war, wenn ich oben auf dem Treppchen stehe. Das wird mir beim Bogenschießen übrigens nicht passieren, und noch weniger beim Laufen. Aber ich nehme mir hier bei jedem Turnier, bei jedem Lauf vor, meine Bestleistung zu überbieten. Und ich habe immer eine untere Schwelle, also XXX Ringe oder YY Minuten, die ich nicht unterbieten will. Wenn mir das nicht gelingt bin ich zwar frustriert, aber die Schuld daran liegt nur an mir. Beim Magic habe ich das nicht: Ich kann mir zwar als Ziel setzen, nur noch X-1-1 zu gehen, aber da hat halt immer der Gegner noch ein Wort mitzureden… Es ist einfach frustrierender.

Vielleicht bin ich einfach nicht frustresistent genug für dieses Spiel. Ich hoffe, Ihr anderen „haltet durch“ und habt Spaß daran.

Passt auf Euch auf!

Gruß

e.

 

Duel Decks: Shards vs. Khans

September 3, 2014 - Leave a Response

Dieses Mal wollte ich wirklich alles dicht machen. Über 200 Tage nichts mehr geschrieben, kaum noch Lust auf Magic, so viel anderes im Kopf, blabla. Aber bei diesen wunderbar symmetrisch designten Sets kann ich einfach nicht wiederstehen. Klare, leicht zu „grokkende“ Strukturen schreien nur so nach Analysen, selbst wenn sie von Magiclegasthenikern wie mir kommen. Also, hier der Vergleich der Mechanismen aus „Khans of Mongseng“ bzw. „Tarkir“ mit „Shards of Alara“!

OK, gut, wie soll ich also Shards mit Wedges bzw. Äpfel mit Birnen vergleichen? Ich nehme dazu einfach mal die „zentrale“ Farbe. Dazu muss man noch einmal erwähnen, dass diese zentrale Farbe nicht – wie es die meisten inklusive mir vermutet haben – die Farbe auf dem spitzen Ende des Wedge-Dreiecks ist. Stattdessen hat jeder Klan eine zentrale Farbe als Hauptfarbe, gepaart mit einer direkten Nachbarfarbe und dem gemeinsamen Feind dieser beiden Farben. Der blau-zentrierte Wedge („Jeskai“) umfasst also nicht BLAU-rot-grün, sondern BLAU-weiß-rot. Und als letzte Vorbemerkung: Da das Set mit Morph einen recht komplexen Hauptmechanismus für alle Farben hat sind die einzelnen „Klan“-Mechanismen bewusst weniger komplex gestaltet worden. Jetzt aber los:

Runde Weiß: Bant vs. Abzan! Outlast schlägt Exalted!

Outlast ist ein ziemlich langweiliger Mechanismus, der wohl auch außerhalb von Limited nicht häufig zu sehen sein wird. Aber das lineare, starke und omnipräsente Exalted war halt einfach noch langweiliger.

Runde Blau: Esper vs. Jeskai! Prowess schlägt farbige Artefakte!

Hm, Esper hatte ja noch nicht einmal ein Schlüsselwort… Ich fand den Flavor hinter Esper sehr cool. Prowess finde ich aber, sowohl von der Spielstärke wie auch ästhetisch, wesentlich ansprechender. Es sieht aus wie ein sehr gut zu blauweißrot passender Kreaturenpumpmechanismus. (Oder „Buff“, wie es auf neudeutsch heißt.)

Runde Schwarz: Grixis vs. Soltai! Delve schlägt Unearth!

Das ist ein Duell auf hohem Niveau. Ich mag Unearth gern, es ist ein aggresiver Effekt, ich habe es gern gespielt. Aber Delve fand ich noch viel besser.

Runde rot: Mardu vs. Jund! Raid schlägt Devour!

Vor längerer Zeit (in der Alara-Draftsaison halt) (also als ich noch Zeit und Muße für RL-Drafts hatte)(also vor 1000 Jahren) habe ich einer Kollegin fünf Casual-Decks aus Commons gebaut und geschenkt. Eins pro Shard, wenig überraschend. Das Jund-Deck hatte keine Devour-Karte drin und verwendetes als einziges Deck nicht das Schlüsselwort seiner Scherbe. Genug gesagt.
OK, noch nicht genug gesagt: Raid gefällt mir sehr gut und scheint auch gut zu seinem Clan zu passen.

 

Runde Grün: Naya vs. Temur! „Power-5-matters“ schlägt Ferocity. Knapp.
Und das hier ist ein Duell auf sehr niedrigem Niveau. Ferocity: „Oh, diese Typen werden also stärker, wenn ich einen starken Dude daneben liegen habe? Hey, ich habe einen starken Dude auf dem Tisch! Awesome!“ Naya gewinnt nur deshalb, weil die sehr langweiligen 5-Power-Typen immerhin noch was alleine machen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass dieser Wedge künstlich kleingehalten werden soll, im Sinne von „Understatement“. Schließlich ist es die Farbkombination von z. B. Scapeshift oder Canadian Threshold. Vielleicht wollten Wizards Aufschreie a la „Na klar kriegen DIE wieder den geilsten Mechanismus!“ vermeiden.

So, das war es. Jetzt mache ich den Blog endgültig dicht. Ach ja, noch drei Sätze zur Annihilation: Ich war etwas überrascht. Mit zwei obskuren „Three Kingdoms“-Karten hätte ich nicht gerechnet, dafür aber sicher mit Damnation. Ich finde es aber toll, dass sie das Problem „Grüne Massenvernichter“ so elegant gelöst haben.

Jetzt aber. Ich denke, ich werde hier auf absehbare Zeit nicht mehr schreiben. Dieser Text war schon das, was mich zum Thema Magic in der letzten Zeit am meisten zum bloggen motiviert hat. Die Nachricht, dass die Regelwerke für ein paar namhafte Rollenspiele gratis verfügbar werden, hat mich stärker bewegt als die Abschaffung des Core-Sets. Der Totalausfall von MTGO tangiert mich wenig, seit es da ein ganz nettes (wenn auch seeehr zufallsabhängiges) Free2play-Kartenspiel eines bekannten Onlinespieleherstellers gibt. Ich denke, bis auf ein halbjährliches Legacy-Turnier wird es das wohl erstmal für mich gewesen sein.

Passt auf Euch auf!
Gruß
e.

Annihilator

Februar 17, 2014 - 2 Antworten

Hi!

Wie gerne wollte ich in den letzten 180 Tagen mal bloggen, wie wenig Gelegenheit hat mir das echte Leben dazu gelassen. Ihr kennt das – die übliche Mischung aus Arbeit, Kindern und Hearthstone.

Aber für den jährlichen From The Vault-Tipp ist doch immer Zeit! In aller Kürze:

Winds of Rath: Mein Tipp für das gespoilerte Artwork.

Austere Command: Von den unzähligen weißen Varianten eine der interessanteren, wie ich finde.

Rout: Eine recht elegante Abwandlung des klassischen Wrath of God.

Decree of Pain: Für die Commander-Spieler.

Living End: Für die Modern-Spieler.

Damnation: Für Ormus.

Burning of Xinye: Die obligatorische obskure Portal: Three Kingdoms-Karte.

Apocalypse: Für Vorthos.

Flame Wave: Für die Hearthstone-Spieler.

Upheavel: Für die Insel-Spieler.

Cyclone: Für die Wald-Spieler.

Nevinyrral’s Disk: Für die Old School.

Supreme Verdict: Für die New School. Und für Counter-Hasser. (Schließen sich diese beiden Gruppen eigentlich ein?)

Pernicious Deed: Für die Legacy-Spieler.

Und als 15. Karte, ein Spoiler aus dem kommenden Herbst-Set: Mal ehrlich, so geil ist das Thema dieser Box echt nicht. Daher würde es mich nicht wundern, wenn sie diesen Marketing-Trick aus den frühen FtV-Boxen wieder reanimieren würden, Wahrscheinlich mit einer fetten Mythic Rare.

So, das war’s, ich muss wieder in die Arena,

bis demnächst (lol),

E.

Duel Decks: Theros Promotion

August 19, 2013 - 2 Antworten

Der ALDI-Prospekt hat für diese Woche Fleece- und Softshell-Jacken im Angebot, meine Tochter möchte gerne Laternen basteln, es führt kein Weg drum herum: Es wird Herbst. Vor sehr langer Zeit gab es in der Rubrik „Ask Wizards“ auf dailymtg.com (damals noch magicthegathering.com) folgende Frage:

„Warum veröffentlicht Ihr das erste Set im Block eigentlich im Herbst? Wäre es nicht viel besser, dafür das Weihnachtsgeschäft mitzunehmen?“

Die Antwort war nein, das „Schuljahrsbeginngeschäft“ sei für ein Produkt wie Magic viel wichtiger als das Weihnachtsgeschäft. Ein sinnvolles Vorgehen, besonders wenn man bedenkt, dass in den USA drei Monate Sommerferien sind. Um also das wichtigste Release des Magicjahres noch ordentlich anzufeuern, gibt es also nun die Duel Decks: Preview to Theros. Ich habe ja schon mal bei der Produktankündigung darüber gebloggt, jetzt also mit Wissen um die kompletten Decklisten: Mein schneller Blick auf Heroes vs. Monster. Ein Exkurs vorweg:

Learn from my Fail: Die letzten drei Duel Decks.

  1. Koth vs. Venser: Hiervon habe ich ein Set „blind“, also ohne Kenntnis des Inhalts, unter intensiver Beobachtung der Preisentwicklungskurve bei MKM gekauft. War ein schlechter Deal. Die Planeswalker-Duel-Decks davor hatten immer ein paar interessante Karten (Swords to Plowshares), dieses hier ging leider daneben. Nach dem Alternate-Art-Path to Exile war die nähst beste Karte schon der doppelte Preordain.
  2. Izzet vs. Golgari: Hiervon habe ich ein Set gekauft, um mit einem neuen Nerd-Kollegen auf der Arbeit immer mal ein Ründchen spielen zu können. Tja, es hat sich herausgestellt, dass diese Duel-Decks für Anfänger nicht soooo gut geeignet sind. (Überraschung!) Wir haben ein paar Runden mit den Duel Decks: Pischner vs. Pischner gespielt, sind dann aber auf das WoW-Tradable Minis Game umgestiegen. Dazu blogge ich aber mal an einem anderen Tag.
  3. Sorin vs. Tibalt: Hiervon habe ich dann nichts mehr gekauft. Mein Plan war es, ein Playset Tibalts zu kaufen, sobald es unter 5€ sinkt. Dieses Playset wollte ich dann um jeden Preis in ein Legacy-Deck einbauen, einfach, um es mal auszuprobieren. Es ist nie dazu gekommen. (Wen es interessiert: Geplant war ein DragonStompy-Deck mit noch ein paar Kopien des roten Arrogant Wurm, da ich mit Gathan Raiders ein zweites Madness-Outlet hätte. Ich wollte mal sehen, was ein Turn 1-Planeswalker in Legacy machen würde, und zwischen Blood Moon, Trinisphere und Tibalts zweiter Fähigkeit besteht auch ein Zusammenhang.)

 

Schlussfolgerung daraus: Ein Plan, Heroes vs. Monster zu kaufen, bestand nie. Und er besteht auch jetzt nicht.

Wie schmeckt’s? Passt das Set in das Setting? Erfüllt die Box die Erwartungen, die man an ein „Heroes vs. Monster“ stellt? Kurz gesagt: Ich habe seit der Lektüre der Spoilerliste Bock, einen Ray Harryhausen-Film zu gucken. Der Flavor stimmt. Nur ein bisschen schade finde ich es, dass die Monster „gruulfarbig“ sind. Ich hätte Grün/Schwarz oder Grün/Blau besser gefunden. Auf der anderen Seite ist die Golgari-Farbkombi im Bauchgefühl aber auch immer mit Untoten besetzt, und Simic ist halt der „Insane Scientist“. Das „Odysseus versteckt sich in der Felsspalte, während der Stop-Motion-Zyklop versucht, ihn mit einer abgebrochenen Zeder zu erstechen“-Gefühl kommt am ehesten bei Grün/Rot auf. Die Helden sind mit Rot/Weiß sehr gut getroffen. Auch die Auswahl der einzelnen Karten ist (unter Flavor-Gesichtspunkten) gut gelungen. Mein Lieblings-Detail ist die Verwendung der Shadowmoor/Eventide-„Götter“, um schon einmal das entsprechende Thema in Theros anzudeuten, ohne hier Karten zu spoilern. Aber wenn man schon Kamahl, Pit Fighter mit rein nimmt, dann hätte man auch Tahngarth, Talruum Hero nehmen können…

 

Was gibt es für das Geld? Hier ist die Bilanz nicht mehr ganz so rosig. Klar, die Hydra ist eine Bombe, die eigentlich zum Standard in grünen Standard-Decks werden sollte. Auch Anax und Cymede sind auf jeden Fall interessant. Sun Titan hingegen, also, ich habe noch einen Alternate-Art-Titan vom M11-Prerelease und brauche keinen zweiten (eigentlich nicht einmal den ersten). Auch die Reprints der Legacy Staples „in neu“ sucht man vergeblich, wobei ein paar ziemlich coole Karten dabei sind. (Orcish Lumberjack, Regrowth!) Der Rest der Rares haut mich jetzt nicht aus den Socken. Bei den Monstern ein paar recht öde 08/15-Fatties (z. B. Conquering Manticore) – aber vielleicht kann ich diese Art von Karten einfach nicht mehr sehen. Und Figure of Destiny wurde gefühlt einmal zu oft neu aufgelegt. Ich freue mich aber über Troll Ascetic. Irgendwann, zu Mirrodin-Zeiten, hat Randy Buehler mal einen Developement-Artikel geschrieben, in dem er das Ende der Goldenen Ära für grüne Weenies (so brokenes Zeug wie Basking Rootwalla und Wild Mongrel) beschwor – damit wäre jetzt Schluss, Grün würde mehr in Richtung Fatties gehen. „Naja“, habe ich gedacht, „wenn er damit Karten wie Troll Ascetic meint, meinetwegen…“ Oh well…

 

Macht es wohl Spaß? Die wichtigste und am schwersten zu beantwortende Frage zum Schluss. Ist natürlich schwer zu beantworten.  Ich vermisse gerade bei Boros die markanten Karten – Lightning Helix wurde auch schon ein paarmal zu oft gedruckt, aber was wäre mit Boros Charm? Oder gar Warleaders Helix? Es stört mich, dass Wizards bei einem +1/+1-Counter-Thema für die Monster nichts Besseres als Dragon Blood einfällt. Warum Smite the Monstrous das alte Reprisal ersetzt hat, werde ich auch nie verstehen (Ja ich weiß, Reprisal gab es schon in DD: Knights/Dragons, und das Ding hier heißt Smite the Monstrous, aber die Karte stinkt einfach.). Zu Letzt würde ich mir wünschen, dass es pro Deck eine „Schlüsselcommon“ gäbe, die dann drei- oder viermal im Deck wäre (z. B. Auramancer und Zhur-Taa Druid). Für die Duel-Decks will ich so einfach keine Kaufempfehlung aussprechen. Für wen auch? Anfänger wären mit den ganzen „One ofs“ überfordert, Gelegenheitsspieler wären dann doch nur hinter den Einzelkarten her. Ich glaube zwar auch, dass es die „Dominion“-Spieler gibt, die einfach nur zwei fertige Decks für Casualrunden haben wollen, aber dies ist nicht ihr Produkt. (Selbstverständlich würde ein solches theoretisches Produkt den Interessen von Wizards diametral entgegen stehen.)

Das war es soweit dazu. Bald findet auch wieder das „Prerelease auf der Fantasy-Con“ im örtlichen Jugendzentrum, aka „Das einzige Turnier, das ich im Jahr noch spiele“ statt. Dann gibt es meinen detaillierten Bericht dazu. Ich bin vorsichtig optimistisch bis leicht skeptisch – das diesjährige Gimmick „Horde-Magic“ gefällt mir nicht besonders gut. Haben Wizards eigentlich so wenig Vertrauen in ihr Produkt, dass sie immer noch was drum herum basteln müssen? Die oben verlinkte Prelrelease-Ankündigung hört sich für mich so an wie „Probier unsere neue Kaffeeröstung! Warte wir tun noch Sahne, Milchschaum, Kokosstreußel, Zimt und einen leicht angerösteten Marshmallow drauf – und wie schmeckt der Kaffe? Toll oder???“

 

In diesem Sinne: Wizards, hier mein Tipp für’s nächste Gimmick, könnt Ihr gerne für ein Prerelease nutzen:

Die Prerelease-Karte wird der Viashivan Dragon – den gibt es zu Beginn des Prerelease-Turniers für alle. Am Ende des Events gibt es für alle noch einen Kyscu Drake. Und wer 10 Achievements unlocked, der kriegt im Austausch für die volle Achievement-Karte noch einen Spitting Drake. (Die Achievements müssen natürlich komplexe Aufgaben sein wie „Sag ‚Hallo‘ zu einem anderen Spieler“, oder so.) Die Beispielkarten werden natürlich durch aktuelle Versionen ersetzt – also die drei genannten Kreaturen mit Power/Toughness +2/+2.

Wir lesen uns in ein paar Wochen!

-E.

Fünf Prozent

August 8, 2013 - 6 Antworten

Au weia. Die Liste für From the Vault: 20 ist da, und ich lag mit meinen Einschätzungen zu 95% daneben. Sehr viele Staples, viel Legacy. Wizards machen sowas eigentlich nicht. Naja, auf zur Analyse: Ich vergleiche für jedes Jahr meinen Tipp mit der echten Karte, und entscheide, was mir besser gefällt. Los gehts!

1993 – Mein Tipp: Control Magic; geworden ist es: Dark Ritual; der Sieger: Wizards!

Verdammt, reingefallen. Aber der Schädel im Regal, die blaue Magie an den Fingern, der leuchtende Punkt auf der Stirn – ich dachte wirklich, das vorab veröffentlichte Artwork wäre eine Hommage an Control Magic. Aber Dark Ritual war auch (von Artwork-Spekulationen abgesehen) mein eigentlicher Favorit für Alpha/Beta.

1994 – Mein Tipp: Hymn to Tourach; geworden ist es: Swords to Plowshares; der Sieger: Ich!

Häh? Swords sind doch auch schon 93 erschienen? Es geht darum, wann die Karte ihren größten Erfolg hatte? Eingenartig, aber OK. Swords sind schon oft genug reprinted worden. Die Hymne ist ein Legacy-Staple, dessen Neuauflage in modernem Layout (und meinswegen auch in Foil) längst überfällig war.

1995 – Mein Tipp: Stormbind; geworden ist es: Hymn to Tourach; der Sieger: Wizards!

Häää? Das ist doch auch schon 94 erschienen? Ich gebe auf, oder um es mit einem der Lieblingsbücher meiner Tochter zu sagen: Dr. Brumm versteht das nicht. Die Hymne ist ein Legacy-Staple, dessen Neuauflage in modernem Layout (und meinswegen auch in Foil) längst überfällig
war.

1996 – Mein Tipp: Enlightened Tutor; geworden ist es: Fyndhorn Elves; der Sieger: Ich!

Die Elfen waren eine extrem gute Karte für eine solche Box. Früher. Aber seit Deathrite Shaman sind sie für Elfendecks irrelevant. Und allerspätestens seit M14s Elven Mystic sind die Fyndhorn Elves eine kuriose Randerscheinung (Jaja, Commander, ich weiß).

1997 – Mein Tipp: Reflecting Pool; geworden ist es Impulse; der Sieger: Wizards!

Ich liebe liebe liebe Impulse! Mein erster wirklich großer Magiceinkauf war ein Display Visions. Ich habe dann sehr lange diverse blaue Decks mit dem obligatorischen Playset Impulse gespielt. Sie war auch eine Schlüsselkarte im Deck meines ersten und einzigen Vintage-Turniers. Ich hätte nicht gedacht, die Karte hier zu finden, freue mich aber, von Wiards positiv überrascht zu werden. Mein Tipp wäre zwar mehr wert, aber über den mangelhaften Wert dieser Box muss man ja nicht diskutieren

1998 – Mein Tipp: Wildfire; geworden ist es: Wall of Blossoms; der Sieger: Ich!

Wall of Blossoms ist toll, keine Frage. Aber wenn Gavin Verhey sich gerne an seine College-Tage und Brian Selden erinnert, dann erinnere ich mich jetzt an mein 12. Schuljahr und meine kaib-Fanboy-Zeiten.

1999 – Mein Tipp: Crop Rotation; geworden ist es: Thran Dynamo; der Sieger: Ich!

Ah, auch Gavin Verhey zollt kaib den Respekt, den er verdient. Aber Thran Dynamo? (siehe Mirrodin…)

2000 – Mein Tipp: Avatar of Will; geworden ist es: Tangle Wire; der Sieger: Wizards!

Aber natürlich outet man sich als ordentlicher Ami auch noch als Finkel-Fanboy. Meine Tipp hier war wirklich mehr so geht so. Mit Tangle Wire hätte ich aber auch nicht gerechnet. Das von mir vorgeschlagene Wildfire ist als LD-Karte eine Sache (Burninating the Countryside, burninating the peasants!), aber eine so fiese „Lock”-Karte ist doch nochmal was anderes. Trotzdem die bessere Wahl.

2001 – Mein Tipp: Desolation Angel; geworden ist es: Fact or Fiction; der Sieger: Wizards!

Ich kann Fact or Fiction nicht mehr sehen. Ich kenne diese Karte seit sie als „EOTFOFYL“ verdammt wurde, und habe ihren Aufstieg zum beliebten „Da denk mal gründlich drüber nach“-Cube-Staple verfolgt. Und ich hasse diese „FoF in Meloku, Keiga, Upheaval, Jace und Jace – Roflcopt0r“-Cubes. Trotzdem ist Fact or Fiction die schönere Karte für die Box.

2002 – Mein Tipp: Goblin Sharpshooter; geworden ist es Chainer’s Edict; der Sieger: Ich!

Und weiter. No Need to gloat.

2003 – Mein Tipp: Forgotten Ancient; geworden ist es: Akroma’s Vengeance; der Sieger: Irgendwie keiner so richtig…

Beides sind recht langweilige Karten. Meine ist zugegebenermaßen noch einen Zacken öder. Aber als Wrath-Variante hätte ich Wildfire bevorzugt.

2004 – Mein Tipp: Sword of Fire and Ice; geworden ist es: Gilded Lotus; der Sieger: Ich!

Das Schwert gehört einfach eher in diese Box als in Modern Masters. Und den Lotus fand ich nie besonders toll oder interessant. Steht halt Lotus drauf, das war’s. Gilded Lotus und Thran Dynamo zusammen in einer Box sieht albern aus

2005 – Mein Tipp: Telling Time; geworden ist es: Ink Eyes, Servant of Oni; der Sieger: Ich!

Ich finde Ink Eyes bescheuert. Ich mag die Karte nicht, und wer eine Alternate-Art Foil sucht, der kommt günstig an die Betrayers-Prereleasekarte. Telling Time ist hingegen eine Schlüsselkarte in meinem neuen Lieblings-Moderndeck.

2006 – Mein Tipp: Experiment Kraj; geworden ist es: Char; der Sieger: Wizards!

Aha, sie haben sich für die Vorarbeit zu „OMG IT’S LIGHTNING HELIX!!!“ entschieden. Gute Wahl.

2007 – Mein Tipp: Tombstalker; geworden ist es: Venser, Shaper Savant; der Sieger: Ich!

Sind die nicht beide just in Modern Masters erschienen? Egal, wie auch das Schwert aus Feuer und Eis hätte der Tombstalker eher hierhin als in MM gehört.

2008 – Mein Tipp: Oversoul of Dusk; geworden ist es: Chameleon Colussus; der Sieger ist: Wizards!

Fuck. In Bezug auf diese Entscheidung sind Wizards Godzilla, und ich bin Japan.

2009 – Mein Tipp: Baneslayer Angel; geworden ist es: Cruel Ultimatum; der Sieger: Schattengaenger!

2010 – Mein Tipp: Irgendeine Karte, weisderteufelwas, irrelevanter Kram halt; geworden ist es: JACE TEH EFFIN MIND SCULPTER!!!einseinself!; Sieger: Wir alle, irgendwie…

Ah, the big one… Was soll ich groß sagen? Ich hätte nie in 1000 Jahren mit dieser Karte gerechnet. Aus PR-Aspekten ist es ein ganz großer Wurf. Wenn irgendwer nicht verstanden hat, was an dem Produkt awesome ist, dann reicht ein Wort, um es zu erklären: Jace.

Ladenbesitzer können relativ günstig an einen Produkt kommen, dass als Preis für Shopturniere für volle Häuser sorgen wird. Der Markt wird mit zusätzlichen Mind Sculptorn versorgt, ohne dass der Preis zusammenbrechen wird. Alle gewinnen. (Unter der Voraussetzung, dass man Karten wie Jace mag. Ich find ihn zum Kotzen.)

2011 – Mein Tipp – Army of the Damned; geworden ist es: Green Sun’s Zenith; der Sieger: Wizards!

OK, hier bin ich einfach davon ausgegangen, dass auch die Ken-Nagle-Fraktion in der Magic R&D ein paar Karten in der Box unterbringen will. Ich bin froh, dass es nicht so ist.

2012 – Mein Tipp: Rakdos, Lord of Riots; geworden ist es: Kessig Wolf Run; der Sieger: Ich!

Hmmm. Rakdos war nicht meine erste Wahl, sondern mehr ein Füller. Der Wolf Run ist sicherlich stärker und turnierrelevanter. Aber was soll ich sagen? Nichts, was Homer Simpson nicht besser sagen könnte: Boooooring! (Oder 1live: Langweilt mich, langweilt mich, langweilt mich!)

So, das war’s. Ich warte gespannt auf From the Vault: Vaults. Oder From the Vault: Canceled. From the Vault: Orang Utans.

Bis zum nächsten Mal,

Gruß

E.

Neulich am Pflock

Juli 15, 2013 - 3 Antworten

Da drüben auf den Magicblogs über Spiele geredet wird, zu denen der Pischner bereits 2002 alles gesagt hat, schreibe ich auch mal über ein anderes Hobby (es gibt weiter unten aber auch noch einen Magic-Bezug) (und Fußball).

Dieser Blog enthält sehr viele Links, zum Teil auf Webseiten kommerzieller Anbieter (Shops). Keiner dieser Links ist als Werbung gedacht, sie sollen nur das Geschriebne verdeutlichen und weiterführende Infos bieten.

Seit einiger Zeit betreibe ich (wieder) aktiv Bogensport. Dabei beschäftige ich mich ernsthaft mit dem sogenannten „Traditionellen Bogenschießen“. Wobei man dazu sagen muss, dass „ernsthaft traditionell schießen“ das Bogensport-Äquivalent zu „kompetitiv Legacy zocken“ ist. Auch dazu später mehr, zuerst will ich von einer Diskussion berichten, die sich unlängst auf einer „Hunter-Runde“ ereignet hat (und das weder zum ersten noch zum letzten Mal – nur bei diesem Wortwechsel war ich zufällig dabei).

Die „Hunter-Runde“ ist die EDH-Partie des Bogensports. Man trifft sich auf einem Schießparcours (ein abgezäuntes Stück Sekundärwald, in der Regel eine ehemalige Bundeswehr-Liegenschaft im dünnbesiedelten Mittelgebirge). Der durchschnittliche Teilnehmer sieht aus, als hätte er goldene Kundenkarten sowohl bei Jack Wolfskin wie auch beim regionalen LARP-Ausstatter. Auf dem Gelände angekommen wird man in zufällig ausgeloste Fünfer-Gruppen eingeteilt und geht dann gemeinsam einen Pfad durch den Wald ab. Von diesem Parcours aus schießt man auf diverse Tierfiguren aus Kunststoff. Die Stelle, von der man schießt, ist dabei mit dem im Titel erwähnten Pflock markiert. An einem solchen Pflock fand das folgende Gespräch statt:

  • Schütze A: Sorry, aber Du musst mit dem vorderem Fuß, also dem, der näher am Ziel ist, den Pflock berühren. Nicht mit dem hinteren. So, wie Du jetzt stehst, bist Du übergetreten.
  • Schütze B: Aber dann kann ich den Hirsch gar nicht richtig sehen. Die eine Kiefer verdeckt den ja halb.
  • Schütze A: Das ist, glaube ich, so geplant.
  • Schütze B: Also, wenn ich hier stehe, schieße ich garantiert daneben. Unter diesem Ast hier kann ich mich gar nicht richtig hinstellen…
  • Schütze A: Wie gesagt, das ist ein Feature, kein Bug… alle anderen haben es genauso schwer.
  • Schütze C: Ach jetzt lass ihn doch. Der eine Meter, den er jetzt näher dran ist. Da kommt es jetzt doch echt nicht drauf an!
  • Schütze D: Wenn es „echt nicht drauf ankommt“, dann kann er sich auch richtig hinstellen…
  • Schütze C: Mann, seid Ihr Korinthenkacker! Wir sind zum Spaß hier! Wisst Ihr noch, was „Spaß“ ist?
  • Schütze D: Der „Spaß“ bei diesem Schuss soll aber darin liegen, dass man unter dem Ast durch, am Baum vorbei auf den Hirsch schießt, und nicht von der „leichten“ Stelle daneben…
  • Schütze A: Manche von uns haben auch einfach Spaß an einem sportlichen Wettbewerb, bei dem die gleichen Regeln für alle gelten…
  • Schütze E(ndijian). Hört auf! Mein Kopf tut weh! Judge! Da liegen 2 Explores im Graveyard! Vendilion Clique als General ist soooo cheesy!! No LD; Discard, Counter, Delver!!! Argh!!!

Kommt das noch jemand bekannt vor?

Noch bekannter wird es, wenn man sich die Strukturen im Bogensport genauer ansieht. Ein kleiner Exkurs: Es gibt, grob vereinfacht, drei große Richtungen beim Bogenschießen.

  1. Das klassische „olympische“ Bogenschießen im Schützen- oder Sportverein. Hier ist, wie im Vereinssport üblich, die Zielrichtung sehr genau vorgegeben: Von der Kreismeisterschaft über die Landesmeisterschaft zur DM, und dann nach Olympia! Die verwendeten Bögen sind technisch relativ modern und hochgerüstet, mit Visier, Dämpfern, usw.
    Eine Unterart ist das Blankbogenschießen. Hier werden moderne Sportbögen verwendet, allerdings ohne Visier. Statt dessen gibt es verschiedene Techniken, um über die Pfeilspitze zu zielen.
    Eine Einstiegsausrüstung kostet ca. 300€, wenn man vorne mitspielen will, kann man nur für den Bogen ohne Pfeilen, etc. gut und gerne 1000€ auf den Tisch legen. Für das Training ist ein ähnliches Engagement nötig: Wer mit den großen Hunden pissen will, der sollte dreimal in der Woche das Bein heben.
    Der olympische Bogensport große Probleme mit Überalterung und fehlendem Nachwuchs.
  2. Compund-Bogenschießen. Dieser Stil ist ähnlich organisiert wie das „olympische“ Schießen. Die Bögen sind aber technisch noch eine Stufe weiter – Die Bogensehne läuft über Umlenkrollen und kann so (nach dem Flaschenzug-Prinzip) viel mehr Energie speichern als bei einem klassischen Bogen (denkt einfach an Rambo 2). Die Technik dieser Bögen lässt auch bei Einsteigern schnelle Erfolgserlebnisse zu: Wenn Ihr mit Pfeil und Bogen auf 50m ein Zwei-Euro-Stück treffen wollt, ist dies Euer Bogen. Dafür ernten die Compound-Schützen leider recht viel Spott, v. a. aus der traditionellen Ecke – „Klappradfahrer“ ist noch das harmloseste.
    Der Einstieg beginnt bei 300-400€ für den Bogen. Ernstgenommen wird man ab 1000€, dann ist es nach oben offen. Compound-Bogenschießen hat konstanten Zulauf von Fans des genannten Stallone-Films oder MaschBau-Ingenieuren, die ein CNC-gefrästes Stück Aluminium einfach zu schätzen wissen.
  3. Als Drittes das „traditionelle“ Bogenschießen. „Traditionell“ ist ein großer Sammelbegriff für unterschiedlichste Stile. Zum einen sind da die LARPer, Re-Enacter und „experimentellen Archäologen“, die versuchen, mehr oder weniger authentisch-mittelalterlich mit Lang-oder Reiterbogen-Nachbauten zu schießen. Eine recht isolierte Sonderstellung hat das Kyudo, also das traditionelle japanische Bogenschießen. Hier geht es allerdings auch weniger um das Schießen, als vielmehr um „japanische Lebensart“. Als größte Gruppe in diesem schon sehr inhomogenen Haufen gelten die Schützen mit modernen Langbögen und den so genannten Jagdrecurves (zu letzteren gehöre ich). Wir verwenden Bögen aus modernen Materialien (glasfaserbelegtes Holzlaminat), von denen allerdings alles Zubehör wie Visier, etc. entfernt wurde. Man schießt ohne zu zielen, sondern nach Gespür und Erfahrung – daher auch der Name „Instinktives Bogenschießen“. Damit hören die Gemeinsamkeiten untereinander auch auf – zur Frage, was „traditionell“ ist, gibt es so viele Antworten wie auf die Frage nach „Casual Magic“.
    Einen Einsteiger-Jagdrecurve gibt es für ca. 100€, für um und bei 1000€ setzt sich einer von Deutschlands Top-Bogenbauern mit Dir an den Tisch und baut Dir Deinen individuellen Traumbogen. Dazwischen ist alles möglich.
    Ich brauche wohl nicht extra zu sagen, dass das „traditionelle“ Bogenschießen im Moment sehr großen Zulauf hat.

Mir kommt dieses Muster seeehr bekannt vor: Das Turnierspiel stagniert, die „Zeigen, was man hat/was man sich leisten kann“-Variante (also quasi das „Bogenschieß-Legacy“) steht recht stabil da, und Casual boomt.

Man kann das sicher nicht 100%ig vergleichen. Der Zulauf zum traditionellen Bogenschießen liegt sicher auch an Hollywood (Danke, Catniss! Danke, Legolas!). Ich werde mich aber sicher nicht über ein etwaiges „sexy“-Image meines Sports beschweren…

Es gibt aber viele Parallelen zum Magic:

  • Die oben geschilderte Diskussion.
  • Die Debatten, was „traditionell“ ist. (Glasfaserlaminat am Bogen? Sind Carbon-Pfeile OK, oder nur Fichtenholz? Bewahrt Kyudo die Tradition der Samurai oder verhöhnt es sie?)
  • Die vollkommen unnötigen Streitigkeiten zwischen traditionellen und Compound-Schützen. („Ihr seid ja gar keine echten Bogenschützen!“)

Auch haben traditionelle Schützen, ähnlich wie leider viele (nicht alle!) Casual-Magicspieler auch, häufig Probleme mit der grundlegenden Technik des Sports – der Leitsatz ist zu oft „Wer trifft, hat wohl alles richtig gemacht.“

Bestimmt sagt jetzt einer „Ey, Du laberst voll den Mist, Magic-Turniere boomen gerade ohne Ende!“ Stimmt. Denkt aber daran, dass Wizards das Turniermagic bereits größtenteils „vercasualt“ haben! Genau dasselbe läuft gerade beim Bogenschießen: Die großen Dachverbände versuchen, sanktionierte Turniere in „traditionellen“ Disziplinen, wie der oben erwähnten Hunter-Runde, aufzuziehen.

Von meiner fußballspielenden Verwandtschaft höre ich übrigens ähnliches: Jeder hat Bock aufs Kicken, aber regelmäßiges Training, und dann noch jeden Sonntag Punktspiel? Am Ende noch angeschissen werden, weil man die Mannschaft hat hängen lassen (weil Samstag Party war)? Not so much… Aber auch das ist Magicspielern spätestens seit der „Renaissance“ der Magic-Bundesliga bekannt.

Letztendlich gilt das wohl für jedes Hobby. Ich kann es aber auch nachvollziehen: Es wird verlangt, das man im Job/an der Uni/in der Schule konstant Höchstleistung bringt. Da will ich zumindest in meiner Freizeit nur gemütlich ein paar Karten drehen/Pfeile fliegen lassen/Bälle treten. Wizards drehen ihr „organisiertes Spiel“ gerade in diese Richtung. Was ich eigentlich OK fände, wenn dafür gesorgt wäre, dass fair gespielt wird…

Was kann man daraus jetzt mitnehmen? Nicht viel. Ich wollte einfach mal erzählen. Hier nur eine Bitte an Casual-Magicspieler: Organisiert Euch! Gerade beim Bogenschießen merke ich, wie eine „Zersplitterung“ in unterschiedliche Klein(st)gruppen der Sache und dem Hobby an sich schadet.

 

In diesem Sinne, nächstes Quartal geht es wieder um Magic,

Gruß

E.

Benalish Hero gegen Moss Monster

April 2, 2013 - Eine Antwort

Also, ich würde echt was dafür geben, wenn ich mir bei magiccards.info die heutige Suchbegriffs-Historie ansehen dürfte.

Die neuesten Dueldecks wurden angekündigt, und nach Wizards aktuellem Masterplan sollen die „Nicht-Planeswalker“-DDs einen Vorgeschmack auf die große Herbst-Erweiterung geben. Das Thema „Heroes vs. Monster“ stützt die These, dass das Theros’sche Setting stark von „300“ inspiriert sein wird. In der griechischen Mythologie gibt es eine breite Auswahl von Heroen wie auch Bestien

Aber wie sieht es in der Magic-Mythologie aus? Wie wahrscheinlich sehr viele andere auch, habe ich heute Vormittag in der oben angegebenen Karten-Datenbank mal nach den beiden protagonistischen Kreaturentypen gesucht. Das Ergebnis war eher dünn, sowohl für die Guten, und mehr noch bei den Bösen.

Für das heitere Produkteraten ist die Datenbasis definitiv zu schmal, aber ein paar Spekulationen möchte ich dennoch anstellen:

 

Die Farben

Bei den Helden ist Weiß als Grundfarbe gesetzt. Nicht nur wegen der größten Auswahl unter den oben verlinkten Karten – die Stichprobe kann wohl eh nur einen ersten Eindruck vermitteln.  Weiß ist grundsätzlich die Farbe von Edelmut, Selbstlosigkeit, ja einfach Heldenhaftigkeit. Daher führt kein Weg um die Ebenen herum. Aber was als Zweitfarbe? (und/oder Drittfarbe?) Grün liegt nahe und würde einen alten Favoriten vieler Gelegenheitsspieler, Heroes Reunion, ins Spiel bringen. Aber W/G war bereits die Farbpaarung der „Knights“ in den damaligen Dueldecks. Das ist zwar kein Ausschlusskriterium, es wäre dem alten DD aber sehr ähnlich, wenn nicht gar zu ähnlich (auch damals war die Reunion mit dabei). Rot würde mit Hero of Oxid Ridge noch eine sehr interessante Mythic Rare beisteuern, aber dazu später mehr. Da auch Naya mit Ajani bereits ein Duel Deck hatte, setze ich für die Helden auf Boros als Farbkombination.

Bei den Monstern kann ich mich einfach nicht von Schwarz als Grundfarbe lösen – und warum auch? Was liegt näher? Bei den Zweitfarben finde ich Grün am sympathischsten – Monster haben irgendwie wie etwas schwarzgrünes an sich. Im Monster-Film ist der namensgebende Unhold meist ein Tier (also etwas aus der Natur, und damit grün), das aus irgendwelchen Gründen böse geworden ist. Meist sind die Gründe natur- und menschenverachtende Wissenschaftler, was Blau als dritten Kandidaten ins Spiel bringt. Also, für die Monster gibt es Schwarz-Blau-Grün? Hades, Poseidon und die erzürnte Gaia werfen ihre Horden gegen die Champions von Zeus und Apollon? Moss Monster, Catacomb Slug und Phantom Monster gegen ein Bündnis aus Benalish Hero und Goblin Hero? Könnte klappen.

 

Die Foils

Hm, was hätten wir denn bei den Helden? Reborn Hero? Zu obskur und zu unspektakulär. Brigid, Hero of Kinsbaile? Zu brave Fähigkeit, und die Kithkin wirken außerhalb von Lorwyn irgendwie „out of place“. Crovax, Ascending Hero? Er ist von der Hintergrundgeschichte ein paar Abzweigungen zu weit abgewichen. Man muss einfach zu viel über die Wetterlicht-Saga wissen, um ihn cool zu finden. Es läuft wohl auf Hero of Bladehold hinaus, auch wenn es davon schon eine Prerelease-Foil gab. Oder halt den bereits erwähnten Hero of Oxid Ridge… (Oder gar Tahngarth, Talruum Hero? Ist zwar auch aus der Wetterlicht-Saga, aber nicht so verquer wie der Crovax…)

Ich gehe aber ganz stark davon aus, dass die Foils „Hero“ bzw. „Monster“ im Namen tragen werden. Und es steht wohl fest, dass die Monster-Foil, ähnlich wie Jarad in DD: Izzet vs. Golgari, einer der Theros-Spoiler sein wird.

Die Auswahl (siehe oben) gibt einfach nichts her, was ein kupferfarbenes Expansionssymbol und eine Metallfolie als Farbträger rechtfertigt.

 

Das Gimmick

Im Return to Ravnica-Block gab es die ungleiche Verteilung der Gilden auf die Editionen. Das gab es im alten Ravnica auch schon, es wurde dieses Mal aber deutlich verbessert. In Innistrad gab es die Double-Faced Cards. Im Scars-Block den Kampf Mirraner gegen Phyrexia. Was ist wohl das therosische Gimmick? Mein Tipp: Magic braucht, um Boden gegenüber der Manga-Konkurrenz (YuGiOh, Pokemon, Duel Masters) zu gewinnen, einen Evolutionsmechanismus. Das ist Wizards durchaus bekannt, sie versuchen es ja auch immer wieder (z.B. in Lorwyn, oder zuletzt in Rise of the Eldrazi). Dieses Mal kehren sie zu den Wurzeln zurück, die da heißen: Urborg Panther, Kyscu Drake oder Dark Supplicant. Die ersten Magic 2014/Duels of the Planeswalkers-Spoiler deuten ja auch schon in diese Richtung.

Und beim Theros-Prerelease gibt es dann unterschiedlichen Evolutionsstufen der Prerelease-Foil, die man erst über den Achievement-Bogen erspielen muss.

Für die DuelDecks heißt das, das eine Rückschau über die Evolutionsmechanismen präsentiert wird: Die Champions aus Lorwyn (Changeling Hero!), die Leveller aus Rise, Figure of Destiny, die eine oder andere Kamigawa-Flipcard oder vielleicht sogar Chronomaton?

 

Soweit meine Tipps. Ich gehe jetzt ein paar Folgen Xena gucken.

Gruß

E.

 

(Zitat von Xena aus „Sataan, die Serie“, einer alten 1Live-Comedy: „Du willst die Erde vernichten? Das wollen auch die griechischen Götter, die Amazonen und die Legionen des Cäsar! Xena gegen den Fürst der Finsternis? Na klar, was denken sich die Autoren als nächstes aus? Xena gegen die UNO? Xena gegen Borussia Dortmund?“)

From the Vault: 20

März 14, 2013 - 4 Antworten

Es wurde ein neues From the Vault angekündigt, hier meine Tipps für 20 Jahre Magic! Laut Announcement gibt es neben den üblichen Regeln (alles glitzert, alles im neuen Rahmen, teilweise zum ersten Mal, teilweise neues Artwork) noch den Hinweis, dass es wohl um starke Karten geht, die durchaus mal ein Turnierdeck von innen gesehen haben könnten. Ich beachte in meinen Vorschlägen (selbstverständlich) die Reserved List, und ich versuche, Reprints aus anderen FtV-Boxen, Promos oder Sonderprodukten (Duel Decks, Planechase, etc) auszuschließen – was mir aber nicht immer gelingt.  Los geht’s!

1993: Control Magic

Ich habe etwas überlegt, welche Karte aus Alpha ich da nehmen würde. Die Diskussion zum vorab präsentierten Artwork nimmt mir das Nachdenken dankenswerterweise ab.

1994: Hymn to Tourach

In den damaligen Turnierdecks eine formatdefinierende Karte, heute noch wichtig im Legacy. Und an Legacyspieler soll die Box schließlich verkauft werden. (IMHO übrigens kaum zu glauben, dass die Hymne nie irgendwo als Judge Reward oder so aufgelegt wurde.)

1995: Stormbind

Bei den frühen Sets muss ich mich immer so um die Reserved List rumlavieren. Daher hier eine Karte, die sowohl damals wie auch bei der zweiten Runde in Timespiral ein solider Role Player war. (Und sie ist noch nie im neuen Rahmen erschienen.)

1996: Enlightened Tutor

Bei der 1996er Karte habe ich lange überlegt, ob dies wohl das Umfeld ist, in dem man den lang erwarteten Force of Will-Reprint bringt. Ich glaube, es ist immer noch nicht soweit. Den Tutor gab es zwar mal als Arena-Promo mit altem Rahmen, aber als Neuauflage durchaus denkbar. Und er ist durchaus Legacy-relevant.

1997: Reflecting Pool

Auch hier: Sowohl in Tempest wie auch in Shadowmoor ein gern gesehener Gast in Turnierdecks.

1998: Wildfire

Wildfire war zu Zeiten seines Base-Set-Reprints wohl relevanter als zu Urza’s Saga-Zeiten. Aber ich mag die Karte. Und ich mag die Tatsache, dass es Wildfire bis jetzt nur als Weißrandkarte in neuem Rahmen gibt.

1999: Crop Rotation

Kann man die Brokeness des Urza-Blocks mit Wildfire und dieser grünen Common darstellen? Ich glaube, diese beiden Karten vermitteln ganz gut, was damals los war. Die Rotation – die auch heute noch in manchen landzentrierten Legacydecks auftaucht – ist nach Urza’s Legacy nie wieder gedruckt worden.

2000: Avatar of Will

Tja, da verzichte ich auf eine Karte aus einem der beliebtesten Magic-Sets (Invasion) um einen Reprint aus einem der unbeliebtesten Blöcke zu bringen. Aber es sind gefühlt alle relevanten Karten aus Invasion schon irgendwo wieder aufgetaucht, daher hier der Random Fatty aus Prophecy. (Die Formulierung „Random Fatty“ wird übrigens noch öfter kommen, aber was soll es, die Leute stehen nunmal auf dicke Dinger.)

2001: Desolation Angel

Hier zum Beispiel. Diese Karte aus Apokalypse war mäßig relevant, wurde aber gespielt. Lange hatte ich hier „Last Stand“ stehen, aber der wurde in irgendeiner Planechase-Box oder so bereits im neuen Rahmen präsentiert. Engel komen aber immer gut. (Deshalb steht weiter unten in meiner Liste noch ein weiterer.)

2002: Goblin Sharpshooter

Wir bleiben bei den beliebten Tribes: Dieser Küchentisch-Allstar und Staple im Legacy-Goblins wurde noch nie reprintet, vor allem nicht im neuen Kartendesign.

2003: Forgotten Ancient

Das Ergebnis von „You make the card 1“ hat nie großartig Aufsehen erregt. Aber die Rückkehr des Wettbewerbs macht eine Aufnahme dieser Karte in die Box möglich (wenn auch nicht unbedingt wahrscheinlich). Meine andere Option für dieses Jahr war übrigens Stifle – aber ich glaube nicht dass Wizards der Welt einen Reprint dieses stark beschränkten, super effizienten Counters zumuten wollen.

2004: Sword of Fire and Ice

Beim 2004er Eintrag habe ich lange überlegt, ob Wizards wohl schon soweit ihren Frieden mit Affinity gemacht haben, dass der Arcbound Ravager ein glitzerndes Comeback erhalten darf. Aber Wizards brauchen auch noch (Mythic-)Rares für die „Modern Masters“. Daher doch diese sehr beliebte Karte, die sich an Formate richtet, in denen Stoneforge Mystic legal ist.

2005: Telling Time

Die Liste sieht zunehmend aus wie ein EDH-Deck. Je neuer die Karten sind, desto mehr Kreaturen sind dabei. Dies eine der letzten Utility-Karten in meiner Zusammenstellung, ab jetzt kommen fast nur noch „Random Fatties“. Eigentlich hatte ich an dieser Stelle den Dark Confidant, den sehen wir aber garantiert als Mythic-Rare in den „Modern Masters“.

2006: Experiment Kraj

Keine Ahnung, in welchem Turnierdeck der mal eine Rolle gespielt haben könnte. Er ist aber an vielen Küchentischen, gerne mit älteren Drachenlegenden, ein gern gesehener Gast. Und er kommt aus einer der beliebtesten Gilden. (Der Simic Sky Swallower war lange an dieser Stelle. Ich denke aber, dass Wizards uns weiterhin beweisen will, dass Hexproof t3h r0xx0r ist.)

2007: Tombstalker

Ein weiterer Fall von „in Modern naja, aber ein Legacy-Staple“. Daher eher in diesem Produkt als in den „Modern Masters“. Oh, und es wäre ein Reprint im „Nicht-Futureshifted-Design“.

2008: Oversoul of Dusk

Hier hatte ich lange Oona, Queen of the Fae, bis ich mir mal den Inhalt von FtV:Legends angesehen habe… Daher gibt es hier einen Random Fatty, mit multiplem Schutz vor „spielverderbendem“ Removal.

2009: Baneslayer Angel

2009 haben Wizard zum ersten Mal seit 1993 neue Karten im Baseset veröffentlicht. Wie könnte man das besser feiern, als gemeinsam mit der berüchtigten Partymaus?

2010: Kozilek, Butcher of Truth

Wizards halten Rise of the Eldrazi wohl immer noch für einen ihrer größten Geniestreiche. Dies ist der letzte der drei „Greater Evils“, der noch nicht als Sonder-Foil veröffentlicht wurde.

2011: Army of the Damned

Diese Karte hat zugegebenermaßen nie eine Rolle in Turnierdecks oder so gespielt. Aber sie quillt geradezu über mit diesem abziehbildhaften Horror-Flavor, auf den Wizards bei Innistrad so stolz sind.

Kleiner Exkurs: Ich habe gerade mein Abo von MaRos Tumblr geküdigt. Es war zwar immer schön, seine Einsichten ins Magic-Developement zu lesen, aber der Umgang mit Lob & Kritik hat mich schier in der Wahnsinn getrieben. (In etwa so:  Q-„Heyyy, ihr habt das l333t3ste Standard-Format ewar createt!“ A-„Ja danke für das Lob.“ // Q-„Hallo, ich habe ein paar wohl überlegte, aber dennoch kritische Anmerkungen zum aktuellen Type 2.“ A-„Hachje, wie soll ich bitte jemanden ernst nehmen, der heute noch von Typ 2 redet?“)

2012: Rakdos, Lord of Riots

Zum Schluss noch einen der neuen Gilden-Paruns. Auch eher ein „Random Fatty“, aber mit dem Potenzial, die kleinen grauen Zellen in Schwung zu bringen (naja…). Der Lord of Riots ist eine dieser „Timmy/Johnny“-Rares, die eigentlich immer ganz gut ankommen.

Landesmeisterschaft

Februar 7, 2013 - Eine Antwort

Hallo!

Eine From the Vault: Realms-Box, da kann ich natürlich nicht wiederstehen… Hiermit beteilige ich mich an Ormus‘ Wettbewerb, und zwar so schnell wie irgend möglich (einfach nur, um mich nicht von anderen Wettbewerbsbeiträgen ablenken zu lassen).

Ich stelle Zyklen und Einzelkarten vor, die ich zu fünf Gruppen zusammenfassen werde. Jede dieser fünf Gruppen hat zwei Unterkategorien (so komme ich auch auf die geforderten 10 Empfehlungen) (Edit: Mittlerweile sind es acht Gruppen.)

Zuerst gebe ich in der Kategorie „Basic“ günstigere Empfehlungen (die ich für grundlegend und wichtig halte), in der Kategorie „Advanced“ stehen Empfehlungen für etwas mehr im Portmonee (aber immer noch vergleichsweise günstige Karten).

Dieser Blogeintrag richtet sich vor allem an Anfänger (die er über die Verlinkung zu magicblogs.de auch hoffentlich erreicht), daher werde ich häufiger auf Sachen hinweisen, die „Veteranen“ selbstverständlich sind.

1. Manafixing (zweifarbig)

Basic: Die Guildgates aus Return to Ravnica und Gatecrash.

Simples, elegantes Manafixing als unschlagbar günstige Commons. Ich habe mich hier sehr über den ersten Zyklus von „Kommen getappt ins Spiel“-Ländern in Feindfarben gefreut. Sie sind der einfachste Einstieg in zweifarbige Decks. Mit Gatecreeper Vine steht auch ein guter Tutor für mehrfarbige Decke (mit der Grundfarbe Grün) zur Verfügung.

Advanced: Die M10- und die Innistrad-Länder.

Die Freundfarben-Kombinationen sind zuerst in M10 erschienen und haben daher auch ihren Spitznamen. Die Feindfarben-Äquivalente stammen aus der Erweiterung Innistrad und sind der Grund, warum diese Karten nicht die „Basic“-Empfehlung sind: Sie sind etwas seltener und teurer – aber trotzdem sehr empfehlenswert.

2. Manlands (farbig)

Basic: der klassische Urza’s Legacy-Zyklus

Manlands (also Länder, die Kreaturen werden können) sind ein wichtiges Werkzeug im Deckbaukasten und in vielen Decks vertreten – einfach, weil sie eine grundlegende Ressource des Spiels weiterentwickeln. Dieser „klassische“ Zyklus besteht aus Uncommons und wurde in der Zehnten Edition neu aufgelegt, damit sind die Länder vergleichsweise günstig zu bekommen.

Advanced: Der Worldwake-Zyklus

Diese Länder kombinieren starke Kreaturen und Mana-Fixing in zwei Farben – zugreifen!

3. Manlands (farblos)

Basic: Mishra’s Factory

Den Nachteil, kein farbiges Mana produzieren zu können, gleichen diese Länder durch ihr breites Einsatzgebiet aus. Die Fabrik ist wegen der hohen Anzahl von Reprints billig zu kriegen. Durch den Pump-Effekt ist die Fabrik sehr stark, wenn mehrere auf dem Tisch liegen – und alleine in der Verteidigung ist sie immer noch eine 3/3-Kreatur.

Advanced: Mutavault

Diese recht teure Morningtide-Rare ist wegen ihrer Universalität eine wirtschaftliche Investition, wenn man gerne „Tribal“-Decks spielt.

4. Manafixing (fünffarbig)

Basic: City of Brass

Auch diese Karte ist sehr günstig zu kriegen, da sie oft neu aufgelegt wurde. Der Nachteil ist vielleicht nicht mehr zeitgemäß, aber die Nützlichkeit der City ist unbestritten.

Advanced: Reflecting Pool + Vivid-Lands

Hier ist es schwierig, eine grundlegende Empfehlung auszusprechen. Die mächtigste Variante, beständig Mana aller fünf Farben in einem Deck zu produzieren, ist wohl die Kombination aus dem Wiederspiegelnden Teich und den Vivid- Ländern. Merke: Auch wenn keine Ladungsmarken mehr auf den Vivid-Ländern liegen, produziert der Teich trotzdem Mana einer beliebigen Farbe.

5. Kreaturenkontrolle

Basic: Barbarian Ring

Eine weitere Zusatzoption, die Länder gut aufwertet, ist die Möglichkeit, gegnerische Kreaturen in den Griff zu bekommen. Der Barbarian Ring gibt roten Decks eine Möglichkeit, sonst fast unzerstörbare Kreaturen mit Schutz vor Rot zu zerstören (z. B. Silver Knight). Der farblose Quicksand soll hier nicht unerwähnt bleiben.

Advanced: Mystifying Maze

Hier ist der Hinweis auf das große Vorbild, das Maze of Ith, sicher angebracht. Für Einsteiger und Gelegenheitsspieler tut es aber auch das günstige Labyrinth aus Magic 2011.

6. Karten filtern

Basic: Die Cycling-Länder

Der größte Nachteil des Ressourcen-Systems von Magic ist, dass spät nachgezogene Länder relativ nutzlos sind. Jede dieser fünf Commons aus der Edition Onslaught kann man immerhin für ein Mana in eine neue Karte umwandeln. Zwei bis drei davon passen eigentlich in jedes (nicht hyper-aggresive) Casualdeck.

Advanced: Desolate Lighthouse

Diese etwas teurere Karte bietet sogar einen dauerhaft nutzbaren „Looter„-Effekt. Die Fähigkeit ist zwar recht manaintensiv, aber in blau-roten Kontrolldecks sehr nützlich.

7. Ausweichfähigkeiten

Basic: Soaring Seacliff, Smoldering Spires, Sejiri Steppe

Diese drei Karten zeigen eine weitere Möglichkeit, aus spät nachgezogenen Ländern einen Nutzen zu ziehen: Man kann mit ihnen „den Sack zumachen“, sie ermöglichen die verflixten letzten Schadenspunkte auf einem zugestellten Spielfeld.

Advanced: Skarrg, The Rage Pits

Dieses Land bietet wiederum einen mehrfach anwendbaren Effekt. Ich mag diese Karte lieber als das potentiell mächtigere Kessig Wolf Run. In schwarz-weißen Decks ist Vault of the Archangel eine andere, interessante Lösung.

8. Verschiedenes

Hier noch drei unsortierte Tips, alle als Basic zu verstehen:

  • Bojuka Bog: Ein oder zwei Exemplare dieser Karte in einem (hauptsächlich) schwarzen Deck schützen einen Spieler zu einem minimalen Preis vor friedhofsbasierten Strategien.
  • Pendelhaven: In (fast) monogrünen Decks mit vielen Manatieren kann man ruhigen Gewissens einen Wald durch dieses Land ersetzen. Das gilt natürlich nur eingeschränkt, wenn man statt Llanowar-Elfen eher Arbor Elf spielt.
  • Tolaria West: Wenn man gerne mit vielen verschiedenen Spezialländern spielt… (Und Slaughter Pact et al. nicht zu vergessen!)

So, das waren meine Tipps,

bis bald,

e.

Duel Decks: Neu vs. Alt

Januar 2, 2013 - 3 Antworten

Frohes neues Jahr!

Wizards haben letztes Jahr noch die Gatecrash-Mechaniken vorgestellt. Ormus hat sie schon einmal zusammengefasst, Schattengänger hat nach Kommentaren gefragt. Ich gehe zwar nicht in die Goyf-Kommentare – sorry. Trotzdem vergleiche ich, wie schon bei Return to Ravnica, die neuen Schlüsselworte mit den Mechanismen „von damals“.

Los geht’s!

Simic: Evolve schlägt Graft (mit großem Vorsprung)
Evolve sieht auf dem Papier sehr stark aus. Ich bewerte die Mechanismen allerdings nicht nach ihrer „Power“, sondern lieber nach zu erwartendem Spielspaß, Stimmigkeit in der Hintergrundwelt und (um mal eine kicker-Phrase zu benutzen) „Spielintelligenz“. Graft war bezüglich des Hintergrundes OK, aber eine totale Enttäuschung auf dem Spielbrett. Alle Versuch, mit dieser Mechanik etwas anzufangen, endeten mit einem Rudel überteuerter 1/1er und dem Versuch eines Supermonsters (in der Regel Experiment Kraj). Das Eigenbaumonster hat sich dann einen Terroreffekt eingefangen, und man hatte einen Tisch voller Dödel. (Mich graust übrigens gerade die Vorstellung, dass Simic Sky Swallower heute Hexproof statt Shroud hätte…)
Evolve kann zwar schnell eskalieren, dürfte aber trotzdem wesentlich interessanter zu spielen sein. Und zur Idee der Simic passt es auch.

Orzhov: Haunt schlägt Extort
Vorweg: Die Orzhov-Gilde und die Farbkombination B/W scheint gerade bei Casualspielern sehr beliebt zu sein. Ich konnte mich nie so recht für Gilde oder Farbkombination erwärmen und bin daher nicht so euphorisch wie andere, mit denen ich bereits gesprochen habe. (Ich habe allerdings den Pischner‘schen Rorschach-Cube bei mir rumliegen. Aber auch nur, weil B/W die sinnvollste Kombination für 2-Farben-Magic ist, wenn man sich nicht selber Karten ausdenken will… und weil ich ein großer Watchmen-Fan bin.)
Extort trifft das Flair der Orzhov-Gilde wesentlich besser als Haunt. So stelle ich mir eher eine Mafia-Organisation in Ravnica vor. In Guildpact waren mit die Orzhov-Geister zu „gespenstisch“. Quasi „Hui-Buh trifft Vito Corleone“. (Kurzer Exkurs zu Gespenstern und organisierter Kriminalität: Hat von Euch jemand William Gibsons Neuromancer-Trilogie gelesen? Im dritten Band gibt es eine kurze Szene, in welcher der große Yakuza-Oyabun mit den „Geistern seiner Ahnen“ meditiert. Diese Geister sind die auf Festplatten gespeicherten Erfahrungen seiner Vorgänger. So in etwa stelle ich mir die Orzhov-Gilde vor.)
Von der Hintergrundstimmung abgesehen: Haunt hatte, durch mögliche Opfer-Spielereien, viel mehr spielerisches Potenzial. Ein Großteil dieses Potenzials entstand zugegebenermaßen durch den „Kampfschaden am Stack“. Bei Extort denke ich aber im Wesentlichen an andauerndes „Stift in die Hand nehmen – einen abziehen, einen dazuzählen – Stift hinlegen – von vorne“. Das war schon bei New Phyrexia nervig genug.

Der Rorschach-Cube - hier links neben dem monoblauen "Waterworld"-Cube.

Der Rorschach-Cube – hier links neben dem monoblauen „Waterworld“-Cube.

Dimir: Cipher schlägt Transmute
Öhm, ja. Zu den Problemen eines eingeschränkten, nicht neutralisierbaren Demonic Tutors mit teilweise ganz nützlichen Nebeneffekten hat sich der Andi vor einiger Zeit in seiner Kolumne Looking At A Random Card geäußert. Der neue Dimir-Mechanismus hatte von vornherein einen schwachen Gegner. Aber Cipher ist schon ein bisschen… hmm.
Ich finde die Idee ganz gut. Auch passt es atmosphärisch gut zur Gilde der Ninjazauberer. Die erste präsentierte Karte ist definitiv stark, wenn man sich Gratis-Kopien jeden Zug vorstellt. Leider. Cipher ist glücklicherweise an Kreaturen gebunden, damit verhindert man schon einen großen Teil möglichen Missbrauchs. Letztlich ist es auch nur ein weiterer Versuch, den inherenten Kartennachteil von Auren auszugleichen, indem man den Saboteur-Effekt schon einmal vorzieht. Ich kann mir, neben der genannten Previewkarte, ein paar sehr schöne Effekte vorstellen. (Es wird garantiert folgende Commons geben: Eine Hexerei für 2U mit „Ziehe eine Karte. Cipher;“ und eine Hexerei für BB mit „Ein Gegner wirft eine Handkarte ab. Cipher.”)
Insgesamt stehe ich Cipher eher positiv gegenüber, das Problem heißt wie so oft Hexproof… (Die Vorschaukarte auf einem Invisible Stalker? Na Danke.)

Boros: Battalion schlägt Radiance
Die Boros-Legion stelle ich mir als Mischung aus GSG9 und spanischer Inquisition vor. In der Theorie bringt der Battalion-Mechanismus das auch ganz gut rüber: Eine kleine Spezialeinheit von drei Leuten stürmt die Bude vom Gegner, erschießt bin Laden und fliegt mit dem Helikopter wieder weg. Soweit die Theorie. In der Praxis des Spieltisches ist ein Angriff mit drei Kreaturen aber meistens ein All-In. Von daher wären meiner Meinung nach die Gruul das richtige Zuhause für Battalion (den Spielmechanismus, nicht den vorab präsentierten Engel mit der Lightning Helix).
Unabhängig davon ist Battalion tausendmal interessanter und stimmungsvoller als das sinnfreie, frickelige Radiance.

Gruul: Bloodthirst schlägt Bloodrush
Hier bin ich einfach voreingenommen: Bloodthirst-Gruul war einfach mein Lieblingsdeck zu meiner aktivsten Turnierspielerzeit. Allein deshalb ist Bloodrush ziemlich chancenlos. Dabei hat Bloodrush definitiv die größere spielerische Tiefe. Diese ist bei einem aggressiven Schlüsselwort-Mechanismus sehr schwer zu treffen. Kompliment dafür. Nichtsdestotrotz wirkt Bloodrush, als hätten die Designer die Lust verloren und den Mechanismus kurz vor Toresschluss noch zusammengezimmert:
„Hey, lass uns doch einfach Channel als Combat Trick machen.“ – „Spielt sich ganz gut, nur haben wir gemerkt, dass man Combat Tricks häufig in der Defensive nutzt.“ – „Dann geht dieser Trick halt nur bei angreifenden Kreaturen.“ – „OK, Cool.“
Ich hätte vielleicht die Boros- und die Gruul-Mechanismen getauscht. Bloodrush in Boros hätte ein Flair von „Ich fordere Luftunterstützung an! Ah, der Geruch von Napalm am Morgen…“
Damit keine Missverständnisse aufkommen: Bloodthirst gewinnt hier wirklich nur aus nostalgischen Gründen, ich finde auch Bloodrush echt gut!

Soweit meine 55 58 Eurocent.
Wir lesen uns dann in ca. 90 Tagen!
-e.

Bonus!
Nachdem das letzte Produktraten meinerseits grandios fehlgeschlagen ist, hier der nächste tolle Tipp:

Das Tibalt-Deck aus dem kommenden DuelDecks-Set.

Alle drei Loyalitäts-Fähigkeiten sind angeschnitten, nichts davon wird konsequent angegangen. Madness, Flashback, Unearth, Looting – alles darf irgendwie mit rein! Kein Sonderprodukt ohne Hellspark Elemental! Stingscourger und Dead//Gone füllen die gegnerische Hand für den Sudden Impact! Opferkarten für die „Ultimate“-Fähigkeit! Temporäre Kontrolleffekte, falls dazu der Thibalt fehlt! Und dann noch ein paar rote Devils wegen des Flairs!!! Artemberaubende Synergien mit Blasting Station! Arc Lightning und Electrickery – vorgezogenes Sideboard gegen Sorins Tokenhorden!!!!einself!!! Zwei interessante Rares, damit es überhaupt jemand kauft!